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Geschichte des Melanchthonheims
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... und wer war Philipp Melanchthon? |
23.10.1925 |
Gründung des Melanchthon-Hauptvereins in Speyer
Gründungsvorsitzender: Oberkirchenrat D. theol. Eugen Mayer
Gründungsmitglieder: Kirchenpräsident Dr. Karl Fleischmann,
Kirchenrat Johann J. Grieß, Pfr. Karl Kleinmann, Pfr. Hans Stichter,
Oberlandesgerichtsrat Gustav Roth, Oberlandesgerichtsrat Heinrich Dinger, Landgerichtsdirektor Eugen Keßler, Bez.-Schulrat Johannes
Walter, Stadtschulrat Georg Rödel.
Zweck des Vereins: " Förderung höherer Bildung für begabte, der protestantischen Kirche angehörige Knaben jedes Standes, insbesondere durch Führung von Studienheimen und Gewährung von Stipendien."
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31.10.1925 | Kauf des historischen Gebäudes in der Herzogstr. 10 in Zweibrücken |
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15.04.1926 | Eröffnung des Melanchthonheims mit 15 Schülern
Die Leitung des Heimes wird vorwiegend von Pfarrvikaren oder Gymnasiallehrern wahrgenommen. Die erzieherische Betreuung liegt seit 1927 in der Hand von Frau Elsbeth Kennerknecht, die diese Aufgabe (mit Unterbrechung) bis 1956 innehat.
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1939 - 44 | Das Melanchthonheim wird geschlossen und bis 1944 als städtisches Schülerheim weitergeführt.
Ab 1944 wird im Gebäude eine Lehrerbildungsanstalt eingerichtet. |
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1945 | Zweibrücken wird fast vollständig zerstört. Das Melanchthonheim bleibt fast unversehrt. |
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1945 - 50 | Das Melanchthonheim dient zunächst als Notunterkunft, später wird ein Pädagogium für Mädchen eingerichtet. |
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1950 | Laut Urteil des OLG Neustadt muss die Stadt Zweibrücken das Gebäude an den Melanchthonverein zurückgeben. |
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01.10.1953 | Das Melanchthonheim wird mit 17 Schülern neu eröffnet. Erzieherin ist wieder Frau Kennerknecht, die Leitung liegt in den Händen von Geistlichen und Lehrern. |
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1960 - 65 | Leitung: Vikar Strickler. Ergänzend zum Internat wird eine
Tagesstätte für Zweibrücker Schülerinnen und Schüler eröffnet. |
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1965-1988 | Leitung: Rektor i.K. Bastian. (Planstelle im LKR)
Nebenberufliche Lehrkräfte der Gymnasien unterstützen den
Heimleiter bei der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag.
Schulische Betreuung rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Internatsarbeit.
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1970 | Polizeidirektor Schmidt tritt aus gesundheitl. Gründen als Vorsitzender des Melanchthonvereins zurück; der stv. Vorsitzende Dekan Martin Lugenbiehl wird 1. Vorsitzender des Melanchthonvereins. |
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1976 | 50-jähriges Jubiläum des Melanchthonheims.
Festakt in der Karlskirche (Festredner OStD Pfr. Ballod, Gymnasium Weierhof) |  |
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Seit 1988 | Leitung: Heimleiter i.K. Georg Bastian, Gymnasiallehrer
Entwicklung der pädagogischen Arbeit (Stichworte):
- Schwerpunkt: soziale Betreuung der Schüler
- deutliche Veränderung der Familienstrukturen
- Hilfe zur Erziehung (Zusammenarbeit mit Jugendämtern)
- Schüler besuchen verschiedene Schularten
- Erziehungsaufgabe rückt mehr in den Mittelpunkt
- Schulische Beratung / Betreuung weiterhin zentrale Aufgabe
- Soziales Lernen durch sinnvolle Freizeitangebote
Der diakonische Aspekt wird immer wichtiger und verdrängt zum Teil den Aspekt der mehr schulisch ausgerichteten Förderung |
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1993/94 | Grundlegende Sanierung des Internatsgebäude mit Mitteln der Evang. Kirche der Pfalz (Umfang: ca. 3,5 Mio. DM). |
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1997 | Festveranstaltung zum 500. Geburtstag von Philipp Melanchthon
Vortrag von Herrn Oberkirchenrat i.R. Prof. Dr. Hensel. |
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2001 | Neuwahl des Vorstandes: Vorsitzender wird Dekan Oberkircher, stv. Vorsitzender ist Synodalpräsident Dr. Kaden;
Rechner bleibt Verwaltungsdirektor Karl-Heinz Weinberg ; Heimleiter Bastian gehört dem Vorstand kraft Amtes an;
Herr Dekan i.R. Lugenbiehl und Herr OStD a.D. Drumm (stv. Vors.) treten nicht mehr zur Wahl an. |
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2001 | 75-jähriges Bestehen des Melanchthonheims.
Festveranstaltung am 08.09.2001; Festredner ist Dekan i.R. Martin Lugenbiehl, Vorsitzender des Melanchthonvereins von 1970 bis 2001. |
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Über den Namensgeber Philipp Melanchthon: |
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Am 16. Februar 1497 erblickte Philipp Schwarzerdt (griechisch: Melanchthon), als erstes von fünf Kindern (1499 Anna, 1500 o. 1501 Georg, 1506 Margarete und 1508 Barbara),
im Hause seiner Großeltern in der kurpfälzischen Amtsstadt Bretten das Licht der Welt.
Melanchthon wurde zu Ehren des Landesherren Philipp genannt.
Der Vater Melanchthons, Georg Schwarzerdt, der eigentlich in Heidelberg geboren wurde, war ein Meister der Geschützgießerei sowie des Plattnerhandwerks, der Kunst möglichst leichte,
aber dennoch feste Rüstungen zu schmieden. Aufgrund seiner Qualifikationen wurde Georg Schwarzerdt in das Amt des kurfürstlichen Rüstmeisters erhoben und war somit an die Stadt Heidelberg gebunden.
Melanchthons Mutter hingegen stammte aus der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Reuter.
Melanchthons Großvater sorgte für eine gründliche Ausbildung (Anstellung des Hauslehrers Johannes Unger für Melanchthon, Georg und zwei Enkelsöhne der Familie Reuter), vor allem in der lateinischen Sprache.
Als Melanchthons Vater sowie sein Großvater starben, war für den Elfjährigen die Kindheit beendet. |
Philipp wurde durch den Hauslehrer auf die folgende Lateinschule in Pforzheim vorbereitet. In seiner Klasse war er mit Abstand der Beste und bekam vom Rektor Georg Simler sowie dem Kollegen Johannes Hiltebrant die Möglichkeit, die griechische Sprache zu erlernen.
Am 15. März 1509 verlieh ihm Reuchlin den Humanistennamen Melanchthon. Er soll gesagt haben:
„Schwarzerdt heißt du, ein Grieche bist du, griechisch soll auch dein Name lauten und so nenne ich dich Melanchthon, das ist so viel wie schwarze Erde."
Die guten Beziehungen Reuchlins zu den Gelehrten der Heidelberger Universität verhalfen Melanchthon dazu, mit zwölfeinhalb Jahren die Universität zu besuchen. Während dieser Studienzeit lebte Philipp bei dem Theologen Pallas Spangel,
und beendete sein Studium zum frühest möglichen Zeitpunkt (10. Juni. 1511) mit dem Erwerb des Grades des Baccalaureus artium. |
Als er 1512 zum Magister promovieren wollte, verweigerten die Professoren ihm die Zulassung, da diese nicht glaubten, daß der schmächtige Fünfzehnjährige die Autorität eines akademischen Lehrers besitzen würde.
Mit 17 Jahren (Januar 1514) konnte er, nach Fortsetzung seines Studiums in Tübingen, an der philosophischen Fakultät seine Magisterprüfung ablegen. Dem folgte eine intensive Lehrtätigkeit an der Universität.
Die Abfassung erster bedeutender - humanistisch geprägter - Schriften fällt in diese Zeit.
Als Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen für den neu errichteten Lehrstuhl für griechische Literatur an seiner 1502 gegründeten Wittenberger Universität einen Professor suchte, wurde ihm der einundzwanzigjährige Melanchthon von Reuchlin empfohlen.
Am 28. August 1518 hielt Melanchthon seine begeisternde Antrittsrede „Über die Umgestaltung des Jugendunterrichts" und studierte außerdem unter Luther Theologie. Schon am 19. September 1519 erlangte er den ersten theologischen Grad (baccalaureus biblicus). |
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Seine Vorlesungen wurden mit Begeisterung von den Studenten aufgenommen und sogar Luther, der Melanchthons griechische Vorlesungen besuchte, äußerte sich wie folgt:
„Ich danke es meinem guten Philipp, daß er uns griechisch lehrt. Ich bin älter als er. Allein das hindert mich nicht, von ihm zu lernen. Ich sage es frei heraus, er versteht mehr als ich, dessen ich mich auch gar nicht schäme.
Darum ich auch gar viel vom dem jungen Mann halte und werde nichts auf ihn kommen lassen."
Die Freundschaft des 14 Jahre jüngeren Melanchthons mit Luther wurde hiermit besiegelt und blieb bis zu Luthers Tod erhalten.
Von 1519 an befaßte er sich bis zu seinem Lebensende mit dem Evangelium und der reformatorischen Theologie und konnte Luther schon bei der Disputation zu Leipzig manch gutes Wort zuflüstern - im Zorn soll Dr. Eck einmal ausgerufen haben:
„Schweige Philipp, kümmere dich um deine Studien und störe mich nicht."
Auch Luther mußte dem sich immer mehr auf die Heilige Schrift stützenden Griechen eingestehen:
„Dieser kleine Grieche übertrifft mich auch in der Theologie."
Weil man den jungen Melanchthon in Wittenberg festhalten wollte, riet man ihm, sich zu vermählen. Er äußerte sich nur mit folgenden Worten:
„Man bittet mich, mich zu vermählen und hält das für eine Verbesserung meiner Umstände. Wüßte ich, daß ich dadurch nicht in meinen Arbeiten und beim Studieren gestört würde, so könnte ich mich leicht dazu entscheiden. Vor der Hand aber wird es unterbleiben."
Doch diese Überzeugung bestand nicht lange, denn schon am 25. November 1520 heiratete er die Tochter des Wittenberger Bürgermeisters Hieronymus Krapp, Katharina Krapp.
Als Luther aus Sicherheitsgründen auf die Wartburg gebracht wurde, übernahm Melanchthon Luthers Vorlesungen über biblische Schriften an der Universität.
Durch die Bildungsreform 1525, die der neue Kurfürst Johann der Beständige durchsetzte, war Melanchthon von seiner Professur befreit und konnte Vorlesungen zu jeder Thematik halten.
Gestützt auf seine Vorlesungen zu ethischen und politischen Schriften des Aristoteles und Ciceros, die 1529 bis 1532 veröffentlicht wurden, publizierte er ab 1538 sein eigenes System der Ethik bzw. seit 1550 dessen verbesserte Fassung. 1540 veröffentlichte Melanchthon den ersten Teil seiner Lehre vom Menschen (De anima, endgültige Fassung 1553) und wenig später 1549 sein physikalisches Werk, in dem er sich auch zu dem gerade veröffentlichten kopernikanischen Weltbild äußerte. Neben der Vielzahl seiner Werke kommentierte er auch neutestamentische Schriften. So publizierte er 1527 seinen Kommentar zum Kolosserbrief sowie 1529 bis 1556 den zum Römerbrief (1529 kurze Einführung, 1532 erster vollständiger Kommentar, 1540 sowie 1556 Ersetzung durch Neubearbeitungen).
Auch in der Universitätsverwaltung war er engagiert, 1523/24 bzw. 1538 bekleidete er das Amt des Rektors und 1535/36 bzw. 1546 - 1548 das Amt des Dekans der philosophischen Fakultät.
Seit 1555 hielt Melanchthon in Wittenberg Lesungen über die Weltgeschichte. Das dazu entstandene Werk veröffentlichte er aber unter dem Namen des Berliner Hofastrologen Johann Carion. |
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Mitte August 1557 reiste Melanchthon auf Befehl des Kurfürsten August zum Wormser Religionsgespräch.
Am 27. Oktober 1557 erfuhr Melanchthon vom Tode seiner Frau (13. Oktober 1557), mußte jedoch bis Mitte Dezember 1557 in Worms verharren.
Mittlerweile war aus Melanchthon ein alter, kränkelnder und von vielen Seiten angefochtener Mann geworden. Seit dem Tod seiner Frau verschlechterte sich Melanchthons Gesundheit zunehmend.
1560 erkältete er sich und erkrankte am bösartigen Wechselfieber.
Am 11 April hielt er im großen Hörsaal des Augustinerklosters seine letzte öffentliche Ansprache.
Am 19. April 1560 verstarb der nunmehr 63jährige, der nie Angst vor dem Tode gehabt hatte.
Auf seinem Grabmal in der Wittenberger Schloßkirche steht in lateinischer Sprache geschrieben:
„Hier ruht des höchst verehrungswürdigen Philipp Melanchthon Leib, der im Jahre 1560 den 19. April in dieser Stadt gestorben ist, nachdem er gelebt hat 63 Jahre 2 Monate 2 Tage."
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Weitere Informationen über Philipp Melanchthon finden Sie auf der Homepage des Melanchthonhauses in Bretten, der Geburtsstadt von Philipp Melanchthon.
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